Blackout Notvorsorge – Wasser

Wie viel Wasser braucht ein Mensch?


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Der menschliche Körper benötigt Wasser für zahlreiche lebenswichtige Funktionen. In einer Notlage solltest du ausreichend Wasser bevorraten, um den Bedarf deiner Familie für mindestens 10 Tage abzudecken. Die Faustregel lautet:

  • Trinkwasserbedarf: ca. 1.5(2)–5 Liter pro Person und Tag (abhängig von Alter, Aktivität und Klima)
  • Hygiene- / Kochwasser: ca. 0.5(1)–3 Liter pro Person und Tag für Waschen, Kochen und Reinigung

Für eine 10-tägige Versorgung solltest du also pro Person etwa 20 Liter Trinkwasser und zusätzlich 5 Liter Hygiene- / Kochwasser einplanen. Insgesamt also etwa 25 Liter Wasser pro Person.


Welche Wasserquellen sind geeignet?

  • Leitungswasser (sofern verfügbar) ist in der Regel trinkbar und sollte Vorrang haben.
  • Regenwasser kann verwendet werden, sollte aber gefiltert und aufbereitet werden.
  • Quellwasser und Flusswasser sind natürliche Quellen, enthalten aber oft Krankheitserreger.
  • Grundwasser aus Brunnen kann sicher sein, wenn die Quelle nicht verunreinigt ist.
  • Stehendes Wasser (Seen, Teiche) ist meist ungeeignet ohne Behandlung.

Wasserfiltration und -aufbereitung

Mechanische Filter, Membranfilter und Aktivkohle

  • Keramik- und Mikrofilter: Entfernen je nach Porengröße Sedimente, Schwebstoffe, Parasiten und Bakterien aus dem Wasser. Typische Mikrofilter arbeiten beispielsweise mit Porengrößen um etwa 0,1 µm.
  • Hohlfaserfilter: Arbeiten mit sehr feinen Membranen. Filter mit etwa 0,1 µm können viele Bakterien und Protozoen zurückhalten. Besonders feine Ultrafiltrationsmembranen um etwa 0,01 µm können je nach Filtersystem zusätzlich auch Viren reduzieren.
  • Aktivkohlefilter: Binden durch Adsorption unter anderem Chlor, Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie bestimmte organische und chemische Verunreinigungen. Sie sind eine sinnvolle Ergänzung zu mechanischen Filtern, entfernen aber allein nicht zuverlässig alle Krankheitserreger.
  • Sandfilter: Dienen vor allem zur Vorfilterung und entfernen größere Schwebstoffe, Trübungen und grobe Verunreinigungen.
  • Partikelfilter: Entfernen abhängig von ihrer Filterfeinheit Sand, Rost, Schlamm, Schwebstoffe und andere sichtbare Partikel.
  • Umkehrosmosefilter (RO): Pressen Wasser durch eine extrem feine Membran, häufig mit einer angegebenen Filterfeinheit von etwa 0,0001 µm. Dadurch können neben Mikroorganismen auch viele gelöste Salze, Schwermetalle und zahlreiche chemische Verunreinigungen stark reduziert werden. Neben elektrisch betriebenen Anlagen gibt es auch handbetriebene Umkehrosmosefilter, bei denen der notwendige Druck manuell erzeugt wird und die deshalb auch unabhängig vom Stromnetz eingesetzt werden können. Bei der Umkehrosmose entsteht zusätzlich Konzentrat beziehungsweise Abwasser, in dem die zurückgehaltenen Stoffe angereichert sind.

Chemische Aufbereitung

  • Chlortabletten: Effektiv gegen Bakterien und Viren, hinterlassen oft Chlorgeruch.
  • Silberionen: Moderne Methoden, meist kombiniert mit Filtern.
  • Bleiche (VORSICHT).

Weitere Methoden

  • Abkochen: Mindestens 3–5 Minuten sprudelnd kochen, tötet alle Krankheitserreger zuverlässig ab.
  • UV-Licht-Aufbereitung: UV-C Geräte zerstören DNA von Mikroorganismen, brauchen klare Flüssigkeit ohne Trübung.
  • Destillation: Sehr aufwendig, entfernt nahezu alle Verunreinigungen und Schadstoffe.

Wasserbevorratung – Tipps

  • Nutze lebensmittelechte Kanister (HDPE) mit Normen wie DIN EN 13169 für die sichere Lagerung.
  • Lagere Wasser kühl, dunkel und luftdicht verschlossen.
  • Tausche dein Wasser alle 6–12 Monate aus, um Frische und Qualität zu garantieren.
  • Beschrifte deine Behälter mit dem Abfüll- bzw. Austauschdatum.

Wasserfilter und Aufbereitungsverfahren für die Notvorsorge

Filtertyp Typische Filterfeinheit / Funktionsweise Vorteile Nachteile Beispielgeräte
Keramikfilter Feine Poren halten je nach Filter Sedimente, Parasiten und Bakterien zurück; häufig etwa 0,1 bis 0,2 µm Robust, lange haltbar, teilweise reinigbar, ohne Strom nutzbar Entfernt Viren in der Regel nicht zuverlässig Je nach Modell und Hersteller
Hohlfaser-Mikrofilter Membran meist um etwa 0,1 µm; hält viele Bakterien und Protozoen zurück Sehr fein, leicht, kompakt und ohne Strom nutzbar Viren werden bei typischen 0,1- µm-Filtern nicht zuverlässig entfernt; Membran kann verstopfen oder durch Frost beschädigt werden Sawyer MINI, verschiedene LifeStraw-Modelle
Ultrafiltration Besonders feine Membran um etwa 0,01 µm; reduziert Bakterien, Protozoen und je nach System auch Viren Höhere mikrobiologische Filterleistung als typische Mikrofilter Höherer Druck erforderlich, geringerer Durchfluss, regelmäßige Reinigung notwendig Je nach Filtersystem und Hersteller
Aktivkohlefilter Adsorbiert unter anderem Chlor, Geruchs- und Geschmacksstoffe sowie bestimmte organische und chemische Verunreinigungen Verbessert Geschmack und Geruch und kann bestimmte Schadstoffe reduzieren Entfernt allein keine Krankheitserreger zuverlässig; begrenzte Filterkapazität Häufig als zusätzliche Filterstufe in Kombinationssystemen
Umkehrosmose (RO) Extrem feine Membran, häufig mit etwa 0,0001 µm angegeben; Wasser wird unter Druck durch eine semipermeable Membran gepresst Kann Mikroorganismen sowie viele gelöste Salze, Schwermetalle und zahlreiche chemische Verunreinigungen stark reduzieren Benötigt hohen Druck, erzeugt Konzentrat beziehungsweise Abwasser und kann einen geringeren Wasserdurchsatz haben Elektrische sowie handbetriebene RO-Anlagen
Chemische Desinfektion Chlor oder andere zugelassene Wirkstoffe inaktivieren Krankheitserreger Leicht, platzsparend und gut lagerbar Wartezeit, möglicher Eigengeschmack und keine Entfernung von Schwebstoffen oder vielen chemischen Verunreinigungen Aquatabs und vergleichbare Produkte
UV-C-Desinfektion UV-C-Strahlung inaktiviert Mikroorganismen Schnell und wirksam gegen viele Bakterien, Viren und Protozoen Benötigt Strom oder Batterien und funktioniert am besten bei klarem Wasser SteriPEN und vergleichbare Geräte
Sandfilter Entfernt Schwebstoffe, Trübungen und grobe Partikel Einfach, günstig und gut zur Vorfilterung geeignet Allein keine zuverlässige Entfernung von Krankheitserregern oder gelösten chemischen Schadstoffen Selbstgebaut oder professionelle Systeme

Checkliste zur Wasserbevorratung für den Notfall

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Trinkwasser-Vorrat (pro Person für 10 Tage)
Hygiene- / Kochwasser-Vorrat (pro Person für 10 Tage)
Wasseraufbereitung
Zubehör und Sonstiges